Gothik Novels: Geschichten von der Dunkelheit

Zwar war es eine musikalische Bewegung, aus der Anfang der 80er Jahre die Subkultur der Gothics entstand. Einen nicht unwesentlichen Teil ihrer Identität beziehen der Anhänger aber auch aus einer literarischen Gattung: Der Gothic Novel

Die klassische Gothic Novel

Das Genre der Gothic Novel gibt es schon sehr viel länger als die Subkultur der Gothics. Sie entstand bereits gegen Ende des 18. Jahrhunderts in England, Das Schloss von Otranto von Horace Walpole war einer der ersten Romane, die heute als Schauerliteratur bezeichnet werden.

Berühmte Vertreter späterer Jarhunderte waren Mary Shelley mit Frankenstein, Bram Stoker mit Dracula oder Edgar Allan Poe mit The House of Usher.

Verlassene Häuser und einsame Gutshöfe

Typische Motive der klassischen Gothic Novel finden sich auch heute noch vielfach in Romanen wieder – und werden durchaus nicht nur von Anhängern der dunklen Szene geschätzt.

Unheimliche, dunkle Setting wie verlassene Häuser, alte Herrenhäfe oder Kirchen sind typisch für die Gothik Novel. Geheime Türe, unterirdische Gänge und verborgene Treppen in diesen stehen sinnbildlich für das das Geheime, unter der Oberfläche Verborgene und Unergründliche.

Mittelalterliches Stadttor

Irene Lehmann / pixelio.de

Stets herrscht Ungewissheit

Die einsamen und von der Vergangenheit belasteten Orten evozieren eine mysteriöse Atmosphäre der Ungewissheit – der Leser hat stets das Gefühl, dass jeden Moment etwas Schreckliches passieren könnte.

Die gesamte Geschichte ist häufig um ein Geheimnis herum aufgebaut – das Verschwinden oder der Tod einer Person, ein Haus, dass jeden seiner Bewohner in den Wahnsinn treibt oder andere unerklärliche Ereignisse.

Niemand weiß Genaues

Einen Hinweis auf die Ursache der Vorgänge bieten häufig Prophezeiungen, Omen oder Träume, die jedoch von den Hauptfiguren nur schwer verstanden und entschlüsselt werden können. Die Menschen müssen sich mit Geistern und anderen übernatürlichen Wesen auseinander setzen, die meist in einer Welt zwischen Lebenden und Toten gefangen sind.

Die Erzählweise ist sehr gefühlsbetont, Gebäude und Gegenstände erscheinen stark aufgeladen und manchmal sogar als Akteure. Die Menschen in den Geschichten sind ihren Emotionen oft völlig ausgeliefert – meist sind es Wut, Angst oder Wahnsinn.

Besonders Frauen einsame und verängstigte sind Opfer des Terrors – sei es durch Geister oder einen tyrannischen Mann.

Der Tod ist allgegenwärtig

Ein stets präsentes Thema ist der Tod und die Gefahr, das alltägliche Leben wird meist nur dargestellt, wenn es durch ein schicksalhaftes Ereignis zerstört wird. Familien werden auseinander gerissen, Freundschaften zerbrechen, es droht der finanzielle und berufliche Ruin. Häufig tauche die Lesen in eine Parallelwert ab, in der sie eine emotionale Extremsituation nach der anderen erleben. Eine Fluch aus der Ödnis der Wirklichkeit.

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